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Geliebte Routine: Im Supermarkt entscheidet man sich häufig für seine Lieblingsprodukte. Kniffelig wird es, wenn etwas Neues auf dem Einkaufszettel steht. Welche Variante des Produktes kommt in den Einkaufskorb? Für viele Menschen ist diese Entscheidung eine Frage der Qualität. Aber was bedeutet das eigentlich? Wir zeigen es Ihnen. Herzlich willkommen in der Welt der subjektiven und objektiven Lebensmittelqualität.

T-Shirt, Hose oder Hemd – das Kleidungsstück kann variieren, aber spätestens in der Umkleide stellen sich immer die gleichen Fragen: Reißt das Material schnell? Ist der Stoff dicht gewebt? Ist der Aufdruck hochwertig? Wenn man die Qualität von Kleidung beschreiben will, kann man auf unzählige Kriterien zurückgreifen. Einmal anfassen und meistens weiß man Bescheid. Bei der Qualität von Lebensmitteln sieht die Sache schon anders aus. Was macht zum Beispiel eine gute Tiefkühlpizza aus? Eine schöne Verpackung? Aber sind nicht der gute Geschmack und der knusprige Boden ausschlaggebend? Oder macht hier eher der Nährstoffgehalt den Unterschied? Die Antwort: Das alles und noch viel mehr spielt bei der Lebensmittelqualität eine wichtige Rolle.

Blick in eine Küche

Schmeckt nicht, gibt’s nicht

Ob Pizza, Schokoriegel oder Tütensuppe – bei einer Sache sind sich die meisten Deutschen einig: Schmecken muss es. Mehrere Studien belegen, dass die wahrgenommene Qualität vor allem eine Frage subjektiver Vorlieben ist. Geruch, Aussehen und Geschmack sind jedem einzelnen besonders wichtig. Aber auch der Preis muss stimmen. Die subjektiven Kriterien können Kunden recht schnell selbst überprüfen – um sich so für oder gegen ein Produkt zu entscheiden. Lebensmittelqualität ist allerdings noch viel mehr, als der erste Blick vermuten lässt.

Gesetze machen Lebensmittel „sicher“

Bevor das Produkt in den Supermarkt kommt, hat es bereits viele Hürden genommen. Es musste einer ganzen Menge von objektiven Qualitätskriterien gerecht werden. Und die sind Sache von Experten. Genauer gesagt von Politik und Forschung. Mit den objektiven Qualitätskriterien bestimmen sie, wie „sicher“ ein Lebensmittel für den Verwender ist. In Deutschland herrscht dabei ein hoher Standard, welcher in zahlreichen Gesetzen und Normen niedergeschrieben wurde. Daran wird jedes Produkt gemessen. Mit anderen Worten: Es kommt idealerweise nur das auf den Markt, was die objektiven Qualitätsstandards erfüllt.

 
Was sind die objektiven Kriterien der Lebensmittelqualität?
 
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Gesetzlich vorgeschriebene Qualität: Zum Beispiel im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), in nationalen und europäischen Verordnungen.

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Gesundheitlicher Wert / ernährungsphysiologische Qualität: Dieser Wert bestimmt sich zum Beispiel durch den Energiegehalt, den Nährstoffgehalt oder die Ballaststoffe.

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Genusswert / sensorische Qualität: Dieses Qualitätskriterium umfasst zum Beispiel Aussehen (Farbe, Form), Geruch, Geschmack und Konsistenz der Produkte.

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Eignungswert / Gebrauchswert: Hier wird zum Beispiel erfasst, wie aufwendig die Zubereitung eines Lebensmittels ist.

 

Haben Lebensmittelhersteller die objektiven Qualitätskriterien erreicht, ist aber noch längst nicht Schluss. Ein weiteres Stellrad ist die Prozessqualität. Das ist die Qualität der Herstellungsprozesse für ein Produkt, also das „Wie“ einer Herstellung. Dazu gehört zum Beispiel, darauf zu achten, wie sich die Produktion auf die Umwelt auswirkt. Und das spielt auf dem Feld eine ebenso wichtige Rolle wie in der Fabrik.

Qualität nehme ich persönlich 
 

Gerade in puncto Prozessqualität übernehmen viele Nahrungsmittelhersteller zunehmend Verantwortung. Das liegt auch daran, dass die Deutschen dieses Qualitätsmerkmal immer mehr hinterfragen. Laut Infratest-dimap interessieren sich 65 Prozent der Bevölkerung für Lebensmittel und ihre Herstellungsweise. Kunden sind also stets ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt, wenn es um Lebensmittelqualität geht. Deshalb arbeitet man seit Jahren an einem Dialog zwischen Kunde und Unternehmen. Auch bei der Nestlé.

Wie verbessert man bei der Nestlé die Qualität der Lebensmittel?

Ein Instrument des Dialogs ist der Verbraucherbeirat. Er betrachtet die Prozesse sozusagen mit Kunden-Augen. Das kann man besonders gut vor Ort. Deshalb besucht der Verbraucherbeirat auch Produktionsstätten wie das Maggi-Werk in Singen oder Nescafé in Schwerin.

Eine Erkenntnis aus der Arbeit des Verbraucherbeirats: Transparenz wird immer wichtiger. Die Menschen wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt. Und das am liebsten bis ins Detail. Um diesem Qualitätsanspruch gerecht zu werden, haben wir bei der Nestlé zum Beispiel die Rezepturen vieler Produkte vereinfacht. Die Maxime dabei: Zutaten, die man aus seiner eigenen Küche kennt. Insgesamt weniger Fachbegriffe, Zahlen oder Abkürzungen. Einfach verständlich. Wie zum Beispiel bei der Joghurt Salatcreme von Thomy:

Thomy

Ein anderes Beispiel ist “Simply Good“ – eine Initiative von Maggi. Hier dreht sich auch alles um Zutatenlisten, die man auf den ersten Blick versteht. Dafür findet man jetzt unter anderem noch mehr natürliche Inhaltsstoffe in den Maggi-Produkten. Die Rezepturen werden zudem so aufbereitet, dass man immer genau sieht, was drin ist. Bis 2020 soll das beim gesamten Maggi-Sortiment umgesetzt worden sein.

Qualität nehme ich persönlich 
 

Bei der Verständlichkeit hört es aber nicht auf. Salz, Zucker und Fett werden in vielen Produkten reduziert. Denn auch das ist zu einem wichtigen Qualitätskriterium geworden: Lebensmittel sollen nicht nur schmecken, sondern auch zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Subjektiv und objektiv gut also. Deshalb hat Nestlé das „Nutrition, Health, Wellness“-Netzwerk (NHW) gegründet. Das ist ein Verbund von Fachleuten, welche innerhalb des Unternehmens für die Themen Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden zuständig sind. Das Ziel: Produkte noch besser auf eine ausgewogene Ernährung hin ausrichten. Eines bleibt bei aller Überarbeitung jedoch unangetastet: der gute Geschmack.

Warum ist die Lebensmittelqualität in Deutschland besonders hoch?

Vom Anbau über die Produktion bis zum (abgepackten) Produkt: Die ganze Wertschöpfungskette wird auf Qualität und Sicherheit abgestimmt. Und das zahlt sich aus. Denn 91% der Deutschen sind mit der Lebensmittelqualität zufrieden, wie eine Studie des Landwirtschaftsministeriums zeigt. Ein eindeutiges Votum. Das liegt zum einen am Kunden selbst. Denn Lebensmittelherstellern wie Nestlé liegen die Bedürfnisse ihrer Kunden am Herzen. Zum anderen ist das eindeutige Ergebnis auf das deutsche System zurückzuführen. Die Lebensmittelbranche ist eine der am umfangreichsten regulierten Branchen überhaupt. Klarheit mit System sozusagen. Gemeinsam sorgen Politik und Lebensmittelproduzenten dafür, dass es in Deutschland kein Gesundheitsrisiko bei verkehrsfähigen Produkten gibt. So kann man sich am Ende doch wieder ganz auf seine subjektiven Kriterien verlassen. Denn Lebensmittelqualität ist und bleibt eben Geschmacksache.