Nescafé Plan unterstützt kolumbianische Kaffeebauern

Kaffeefarmer in Kolumbien

Wiederaufforstung und Wassermanagement unterstützen nachhaltigen Kaffeeanbau in Kolumbien

Charakteristisch für das kolumbianische Klima sind Zeiten des Wassermangels und -überschusses. Dieses Wasserungleichgewicht hat negative Auswirkungen auf die Kaffeeernte. In einigen Teilen des Landes sank die Ernte um bis zu 40 %.

Aus diesem Grund wurde 2014 ein intelligentes Wassermanagement (IWM) Programm in 25 ausgewählten Einzugsgebieten der Kaffeewertschöpfungskette eingeführt. Das IWM-Programm ist eine Multi-Stakeholder Initiative. Sie zielt darauf ab die den kolumbianischen Kaffeesektor zu stärken. Denn die Auswirkungen des Klimawandels und Herausforderungen im Wassermanagement stellen die Branche vor große Herausforderungen. Ziel ist eine verbesserte Nutzung der Ressource Wasser auf Farmen und in Flusseinzugsgebieten. Wassermanagementpläne, welche an die lokalen Bedürfnisse und Bedingungen angepasst sind, werden hierfür entwickelt und umgesetzt.

Abholzung von Wäldern bedingt Wassermangel

Doch nicht nur das Wassermanagement ist eine Herausforderung, mit dem sich das Programm befasst. Ein weiterer Aspekt ist die Abholzung des kolumbianischen Waldes. In den letzten 6 Jahren wurden fast eine Million Hektar Land entwaldet, welches einer Fläche entspricht, die sechs Mal so groß ist wie die Schweiz. Diese Abholzung hat Konsequenzen. Bodenerosion entsteht, welche die Ergiebigkeit und Qualität des Kaffees als auch die Wasserqualität beeinträchtigt. Außerdem nimmt die Bodenstabilität ab, welches zu Erdrutschen führen kann. Dies stellt ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko für die Bauern dar.

Programmansatz

In diesem Programm spielen die Erhaltung und Wiederherstellung von gesunden Ökosystemen eine wichtige Rolle. Durch Maßnahmen, wie der Wiederaufforstung sollen weitere Bodenabtragungen und -erosionen verhindert, Ökosysteme geschützt und wiederhergestellt, als auch Wasserquellen geschützt werden.

Um diese Ziele zu erreichen werden folgende Aktivitäten gefördert:

  • Aufbau von Baumschulen, welche Waldsetzlinge produzieren und diese kostenlos an Bauern verteilen. Durch Pflanzung dieser wird die Erholung der Naturwaldökosysteme begünstigt und gefördert.
  • Entwicklung, sogenannter Bioengineering-Plans, um potentielle Erdrutschgebiete in Antioquia, Valle und Caldas zu identifizieren und die Landmasse durch landschaftliche Gestaltung zu stabilisieren.
  • Die Nutzung von robusteren Kaffeesorten um die natürlichen Bedingungen (reduzierter Wasserbedarf und begrenzter Einsatz von künstlichen Zusatzstoffen) besser meistern zu können.

Ergebnisse und nächste Schritte

  • 290.000 Setzlinge wurden in Baumschulen gezogen, 160 Farmen sind Teil des Aufforstungsprogramms mit 438 ha und mehr als 128.700 Bäume wurden gepflanzt, wodurch 114 ha neuer Wald entstand (trotz klimatischer Schwierigkeiten wie dem «El Niño»)
  • 15 Erdrutschgebiete wurden identifiziert und 25 Micro-Wassereinzugsgebiete unter Aspekten des Bioengineering gestaltet
  • 387 ha der Kaffeeplantagen wurden umgebaut und mit mehr als 1.9 Millionen Jungpflanzen widerstandsfähiger gestaltet

Bis 2018:

  • Projekte weiterverfolgen
  • auf 2500 Farmen neue forstwirtschaftliche Modelle etablieren
  • 580.000 Waldsetzlinge produzieren
  • Programm auf 800 ha Kaffeeplantagen erweitern