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Die Industrie ist eine durstige Branche. Nach der Landwirtschaft steht sie weltweit auf Platz zwei der größten Wasserverbraucher. Rund 22 % unseres Grundwassers fließt in die Industrie – im Vergleich zu den 8 %, die Privathaushalte verbrauchen. Alleine in den USA liegt der industrielle Wasserverbrauch bei sechs Milliarden Litern täglich, in Deutschland nutzten Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe 2013 rund 6,1 Milliarden m³ für industrielle Zwecke.

Wie also soll vor diesem Hintergrund eine „Zero Water“-Fabrik funktionieren, die ohne externes Wasser läuft?

Innovative Technologie

Wenn man natürliche Ressourcen schonen möchte, heißt das Zauberwort oft „Innovation“. So auch in der Nestlé Milchpulverfabrik im mexikanischen Lagos de Moreno. Die bahnbrechende Produktionsstätte, die 2014 eröffnet wurde, bezieht ihr Wasser nicht von außen, sondern nutzt das Wasser aus der Milch, die vor Ort verarbeitet wird. Dadurch werden pro Jahr 1,6 Millionen Liter Wasser eingespart – rund 15 % des gesamten mexikanischen Wasserverbrauchs. Schon bald wird diese neue Technologie auch an anderen Produktionsstandorten dabei helfen, im großen Maßstab Wasser zu sparen.

In Brasilien produzieren bereits zwei Fabriken mit „Zero Water“; bis 2018 werden vier weitere folgen.
Und auch Betriebe in Südafrika, Indien, Pakistan, China und Kalifornien stehen kurz vor der Umstellung.

Ein wertvolles Gut

Nach Jahren der Dürre weiß man in Kalifornien nur zu gut, wie wertvoll Wasser ist.
Bemühungen zur industriellen Wassereinsparung sind hier besonders wichtig. Deshalb reduziert Nestlé den Wasserverbrauch in seinen fünf Abfüllanlagen und vier Fabriken für Haustierfutter und -bedarf in dem Bundesstaat an der Westküste.

Die Milchfabrik im kalifornischen Modesto wird bereits auf „Zero Water“ umgestellt. Das Projekt, das 7 Millionen Schweizer Franken (rund 6,4 Millionen Euro) kostet, soll nach der Fertigstellung 2018 komplett ohne externes Wasser laufen und dadurch pro Jahr an die 286 Millionen Liter einsparen. In Nestlé Fabriken in Bakersfield und Tulare werden durch entsprechende Sparmaßnahmen jährlich mehr als 98 Millionen Liter weniger Wasser verbraucht. Im Vergleich zu 2014 entspricht das einer Reduzierung um fast 12 %.

Arbeiter in der Fabrik in Modesto 

Nestlés Abfüllanlagen in Kalifornien werden pro Jahr voraussichtlich 208 Millionen Liter an Wasser einsparen – verglichen mit 2014 beinahe 8 % weniger. Außerdem arbeitet man gerade daran, in allen Fabriken die Standards der Alliance for Water Stewardship, einem Leitfaden für den nachhaltigen Umgang mit Wasser, zu implementieren.

Wasser sparen in drei Schritten

Nestlé fährt dreigleisig, um den Wasserverbrauch in seinen Fabriken auf der ganzen Welt zu verringern.

  1. Erstens forschen Ingenieure permanent nach neuen Möglichkeiten, um den bestehenden Produktionsprozess zu optimieren und dadurch Wasser einzusparen.
  2. Zweitens suchen sie nach Wegen, verbrauchtes Wasser aufzubereiten und wiederzuverwenden.
  3. Und drittens setzen sie auf innovative Ideen und nutzen Wasser, das aus den Rohstoffen für die Produktion extrahiert wurde.

Die „Zero Water“-Fabrik fällt in Kategorie Nummer drei. Der dreigleisige Ansatz wurde in weltweit mehr als 80 Fabriken umgesetzt. Dadurch ist der Wasserverbrauch seit 2010 um 25 % zurückgegangen.

Cero Agua-Fabrik in Mexiko 

Nestlé betreibt über alle Unternehmensbereiche hinweg 516 Projekte zur Reduzierung des Wasserverbrauchs. Dadurch spart das Unternehmen jährlich 3,7 Millionen Kubikmeter Wasser – oder 1.500 olympische Schwimmbecken.

Die globale Recherche-Organisation World Resources Institute unterstützt das Unternehmen auf seiner Mission. Sie stellt sicher, dass das konzerneigene Wassermanagement umweltfreundlich sowie sozial und ökonomisch tragfähig ist.

Durch innovative Technologien und umsichtiges Management konnte Nestlé den Wasserverbrauch in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel reduzieren. Und es geht weiter. Das Unternehmen arbeitet ständig daran, noch weniger natürliche Ressourcen zu verbrauchen, so effizient wie möglich zu arbeiten und so wenig Abfall wie möglich zu produzieren.