Vor Ort: Palmölplantagen in Malaysia

Höhere Standards durchsetzen

Derzeit werden weltweit insgesamt 64 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Davon bezieht Nestlé weltweit ca. 420.000 Tonnen, also 0,66 Prozent des globalen Verbrauchs. Auf Nestlé Deutschland entfallen anteilig 4.500 Tonnen, was 0,007 Prozent des weltweit hergestellten ls entspricht. Die größte Nachfrage aus Indien, China und den USA. Zugleich ist das Interesse an nachhaltigem Palmöl in diesen Ländern jedoch am geringsten, was zur Folge hat, dass aktuell nur rund 25 Prozent des weltweiten Palmölanbaus aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen.

Nestlé hat sich viel vorgenommen und will global bis 2020 sowohl Transparenz in der Lieferkette mit allen Palmöllieferanten schaffen als auch die RSG-Kriterien (Responsible Sourcing Guideline) umsetzen. In Deutschland ist das Unternehmen schon weiter: In der Lieferkette besteht hundertprozentige Transparenz, und sämtliches Palmöl für den deutschen Markt stammt aus verantwortungsvollem Anbau. Das heißt, dass mindestens die RSPO-Kriterien (Roundtable on Sustainable Palm Oil) eingehalten werden, in vielen Fällen auch die RSG-Kriterien. Diese sehen unter anderem den Schutz und Erhalt von Torfmooren sowie von Wäldern mit hohem CO2-Speicherwert vor. Außerdem darf das Palmöl nur von solchen Farmen stammen, die lokale Gesetze und Regulierungen einhalten.

Tomaten

Reise zu Palmölplantagen in Malaysia

Im März 2017 reisten zwei Mitarbeiterinnen von Nestlé Deutschland zu den malaysischen Anbaugebieten, von denen Nestlé Palmöl bezieht. Die Reise diente dazu, noch besser zu verstehen, wie Palmöl gewonnen wird, wie der Stand der Umsetzung der oben genannten Strategie ist, und Ansätze zu finden, wie die Nachhaltigkeitsziele besser erreicht werden können. Außerdem ging es darum, neue Projektideen zu entwickeln.

Wie entsteht überhaupt Palmöl?

Am ersten Tag besuchten die deutschen Mitarbeiterinnen die Plantage eines großen Lieferanten und verschafften sich einen Eindruck davon, wie Palmöl genau entsteht. Die Erntehelfer sägen zunächst einen Palmwedel ab, auf dem die reife Staude sitzt, und pressen dann das Öl in mehreren Schritten mithilfe von Mühlen aus den Kernen der Früchte. Während der Palmwedel als natürlicher Dünger dient, wird das Öl in der Raffinerie bearbeitet. Aus einer Palme lassen sich bis zu 16 Früchte im ahr gewinnen, die Ernte erfolgt ganzjährig. Im Vergleich zu anderen Pflanzenfetten weisen Ölpalmen einen hohen Flächenertrag auf; für die vergleichbare Menge an Sonnenblumenöl benötigt man die vierfache Fläche.

Dialog

Im Rahmen der POC-Konferenz entwickelten die beiden Mitarbeiterinnen von Nestlé Deutschland auch die Idee für ein Projekt in Papua-Neuguinea. Bei der näheren Betrachtung der Lieferkette für Palmöl aus Papua-Neuguinea wurde festgestellt, dass es vor Ort unter anderem an grundlegender Wasserversorgung mangelt.

Zugang zu sauberem Wasser in Papua-Neuguinea

Malaysia

Auf der Reise nach Malaysia wurde nicht nur vereinbart, die Palmöllieferkette aus Papua-Neuguinea genauer zu betrachten, sondern auch zusätzliche Maßnahmen zur RSPO-Zertifizierung und Implementierung der RSGKriterien zu ergreifen. Der Lieferant und Nestlé sowie The Forest Trust erkannten Herausforderungen beim Zugang zu sauberem Trinkwasser in Papua-Neuguinea. 2017 wurde in 21 Dorfgemeinschaften eine Umfrage zum Thema Wasser, Zugang zu Wasser und Wasserqualität durchgeführt. Die Gemeinden sollten die Wasserqualität beschreiben sowie die Wasserquelle und deren Entfernung. Das Ergebnis zeigte, dass die meisten Gemeinden Oberflächenwasser nutzen, das nicht ständig verfügbar und qualitativ unsicher ist. Zudem müssen die Bewohner mindestens fünf bis zehn Minuten Fußweg zurücklegen, manche sogar mehr als eine Stunde, um zur Wasserquelle zu gelangen. Ab März 2018 werden deshalb 42 Brunnen errichtet, je Monat drei bis fünf neue. Bis Mitte 2019 werden auf diese Weise rund 5.600 Menschen in Papua-Neuguinea Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Palmölanbau in Malaysia

Nestlé besucht Plantagen

Palmöl ist ein wichtiger Grundstoff für Lebensmittel wie Schokolade, Frittier-Fett oder Tiefkühlpizza. Weil der Verbrauch weltweit steigt, wächst auch der Bedarf an Anbauflächen. Ein Einblick in die Herstellung.

Ein Arbeiter schaufelt Palmölkerne

Aus nachhaltiger Produktion

Palmöl ist wegen seiner guten Verarbeitungseigenschaften ein wichtiger Rohstoff für die Lebensmittelindustrie. Um den nachhaltigen Anbau zu gewährleisten, analysiert Nestlé ihre Lieferketten bis zum Ursprung.