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Warum nutzen wir Palmöl?

Ob in der Drogerie, im Supermarkt oder an der Tankstelle – Palmöl begegnet uns an vielen Stellen in unserem Alltag. Der weltweite Bedarf wächst. Gleichzeitig bringt Palmöl ökologische und soziale Herausforderungen mit sich und ist deshalb sehr umstritten. Also schlicht kein Palmöl mehr verwenden? Gar nicht so einfach. Wir zeigen, was Palmöl zu einem wichtigen Rohstoff macht und warum es nicht so leicht ersetzt werden kann.

Die Creme fürs Gesicht, die Margarine fürs Frühstück oder der Biotreibstoff fürs Auto – sie alle haben eins gemeinsam: Sie enthalten Palmöl. Bevor das Pflanzenöl Teil der Kosmetik- oder Lebensmittelherstellung wird, legt es einen weiten Weg zurück. Denn Palmöl wird überwiegend in Südostasien und Südamerika angebaut. Von dort kommt auch das Palmöl, das Nestlé verwendet – zum Beispiel für Würzmischungen, Saucen oder Süßwaren.

Wie wird Palmöl hergestellt?

Begeben wir uns auf eine Gedankenreise in tropische Gefilde: nach Mexiko, Malaysia oder auch Papua-Neuguinea. Dort ist das Klima ideal für die Ölpalmen, die zumeist auf riesigen Plantagen wachsen. Etwa alle zehn Tage kann geerntet werden. Dafür sägen die Farmer zunächst einen Palmwedel ab, auf dem die reifen Früchte sitzen. Im Inneren der Früchte befinden sich die Palmkerne. Aus ihnen und dem Fruchtfleisch werden in Mühlen die Öle gepresst – Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch und Palmkernöl aus den Palmkernen gewonnen. Palmkernöl macht ungefähr 10 Prozent der gesamten Ernte aus, Palmöl ungefähr 90 Prozent. Dieses Rohöl aus dem Fruchtfleisch hat eine orangegelbe bis braunrote Färbung. Während der Palmwedel als natürlicher Dünger dient, geht die Reise für das Öl zur weiteren Verarbeitung in die Raffinerie. Dort wird das Rohöl von Begleitstoffen wie Pigmenten, Geruchs-, Geschmacks- und Bitterstoffen bereinigt. Ein wichtiger Schritt, denn dieser Prozess verbessert die Qualität und hat Einfluss auf den Geruch und die Farbe des Öls. Durch den Raffinerationsprozess entsteht die hellere Farbe. Außerdem wird das Öl auf diese Weise länger haltbar gemacht.
Warum verwenden wir Palmöl?
Über teils mehrstufige Lieferketten gelangt das fertige Palmöl schließlich zu uns. Für uns ist das Pflanzenöl ein wichtiger Grundstoff – es vereint viele spezielle Eigenschaften, die für die Herstellung unserer Produkte sehr wichtig sind. Bei Zimmertemperatur weist Palmöl eine feste Konsistenz auf, weshalb es nicht chemisch gehärtet werden muss. Bei Körpertemperatur hingegen wird Palmöl weich. So verleiht es unseren Süßwaren ihre cremige Konsistenz und lässt unsere Schokolade zart schmelzen. Und auch unseren Maggi Fix-Produkten kommt diese Eigenschaft zugute. Hier sorgt das Palmöl dafür, dass sich keine unerwünschten Klümpchen bilden. Außerdem ist Palmöl geschmacksneutral, besonders hitzestabil und sehr lange haltbar.
Die Ölpalme – eine Power-Pflanze

In den vergangenen Jahren haben wir in bestimmten Produktbereichen Palmöl durch Sonnenblumen- oder Kokosöl ersetzt. Das war zum Beispiel bei einigen Produkten von Maggi und Wagner der Fall, aber auch bei Süßwaren und Babynahrung. Da wir zugleich aber Qualität, Konsistenz und Geschmack unserer Produkte beibehalten wollen, können wir das Palmöl nicht überall weglassen und stattdessen andere Öle verwenden. Schließlich kennen und schätzen die Verbraucher ihre Lieblingsprodukte genau so, wie sie sind.

Auch aus ökologischer Sicht ist es nicht unbedingt sinnvoll, Palmöl komplett zu streichen und dafür zum Beispiel auf Sonnenblumen-, Soja- oder Kokosöl umzustellen. Warum? Wäre das nicht die Lösung für die großen Herausforderungen, die mit der Palmölproduktion einhergehen? Man stelle sich nur vor, wie viele Regenwaldrodungen für neue Anbauflächen vermieden werden könnten. Aber nur auf den ersten Blick. Im Grunde genommen würde sich die Problematik nämlich nur verlagern, zum Beispiel auf den Anbau von Kokosöl. Mehr noch – besonders die umweltbelastenden Herausforderungen würden sich verschärfen. Denn neben den bereits erwähnten Eigenschaften, die das Palmöl ideal für die Verarbeitung machen, hat auch die Palmölpflanze einen entscheidenden Vorteil: Sie ist besonders ertragreich.

Im Direktvergleich zeigt sich: Was den Flächenverbrauch angeht, ist die Ölpalme die sparsamste Ölpflanze. Ihre Produktionsleistung pro Anbaufläche ist mit Abstand am höchsten. Drei Tonnen Öl pro Hektar erreichen die Ölpalmen im Durchschnitt. Zum Vergleich: Soja, Raps und Sonnenblumen ergeben weniger als eine Tonne Öl pro Hektar. Ölpalmen machen aktuell rund 6 Prozent der weltweiten Anbaufläche von Öl- und Fettpflanzen aus. Für die vergleichbare Menge an Sonnenblumenöl benötigt man die vierfache Fläche. Auch die Kombination verschiedener alternativer Pflanzenöle ist schwierig. Würden wir den Bedarf von Palmöl in Deutschland durch einen Mix aus Sonnenblumen-, Raps-, Kokos- und Sojaöl ersetzen, so würde dafür das Fünffache an Anbaufläche beansprucht werden. Damit würde sich der Druck, natürliche Flächen wie Wälder oder Feuchtgebiete in Anbauflächen umzuwandeln, sogar noch verschärfen. Ein Beispiel: Die bisher ca. 175.000 Hektar Fläche für Palmöl in Indonesien würden zwar nicht mehr benötigt, dafür aber 364.000 Hektar für die Produktion von Kokosöl. Wohlgemerkt, hier sprechen wir nur von dem Anteil, den Deutschland von der Palmölproduktion bezieht. Ein Bruchteil im Vergleich zum weltweiten Bedarf.

Allein aus diesem Grund lässt sich die weltweit verwendete Menge Palmöl – 2019 waren es etwa 74 Millionen Tonnen – nicht einfach durch andere Rohstoffe ersetzen. Zudem sind mögliche Alternativen wie zum Beispiel Kokosöl ebenfalls tropische Pflanzenöle. Sie wachsen in den gleichen oder ähnlich sensiblen Regionen wie Palmöl. Folglich spielt die Abholzung von Regenwald auch bei diesen Rohstoffen eine unrühmliche Rolle. Mit anderen Worten: Die ökologischen und sozialen Herausforderungen, die sich im Palmöl-Sektor verringern würden, würden wir stattdessen dann wahrscheinlich verstärkt beim Anbau von Kokos finden.

Palmöl bei Nestlé Deutschland

Nestlé Deutschland hat einen Anteil von deutlich weniger als 1 Prozent (0,007 Prozent) am globalen Palmölverbrauch. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das etwa 4.500 Tonnen Palmöl. Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Lieferketten zu 100 Prozent transparent sind. Das bedeutet, dass wir genau wissen, woher unser Palmöl kommt. Außerdem stammen 100 Prozent des Palmöls für den deutschen Markt aus verantwortungsvollem Anbau und sind damit RSPO-zertifiziert (Roundtable on Sustainable Palmoil). In vielen Fällen erfüllt es zusätzlich noch unsere strengeren internen RSS-Kriterien (Responsible Sourcing Standard).

Auf nachhaltiges Palmöl setzen
Statt die Risiken und Herausforderungen des Palmölanbaus zu verlagern, gilt es, Lösungen zu finden, die die Bedingungen im Anbau dauerhaft verbessern – sowohl für die Farmer als auch für die Umwelt. Wir setzen dabei auf verantwortungsvoll angebautes und beschafftes Palmöl, weshalb unsere Lieferanten die Kriterien des RSPO vollständig erfüllen. Zusätzlich dazu haben wir eigene Richtlinien, an denen wir uns orientieren – und die in wichtigen Punkten sogar noch über die RSPO-Kriterien hinausgehen. Wir engagieren uns dafür, dass für unser Palmöl keine Regenwälder gerodet oder Torfmoore trockengelegt werden. Mindestens genauso wichtig sind die sozialen Rahmenbedingungen. Hier geht es vor allem um den Schutz und die Unterstützung der Palmölbauern, die in den Anbaugebieten leben und auf den Plantagen arbeiten.

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